Losverfahren

Miteinander statt Gegeneinander

Ich beobachte: Wenn Menschen kooperieren, können sie jedes Problem lösen. Wenn Menschen gegeneinander arbeiten, können sie jedes Problem erschaffen. Wir  bemühen uns darum, die Einheit der Menschheit praktisch zu gestalten. Wir lassen die Menschen wie sie sind. Wir ermöglichen es ihnen, sich anders zu begegnen.

Mit einer Begegnungsmethode, die Kooperation ermöglicht und den Sinn für das Gemeinwohl
weckt. In einer verantwortlichen Rolle und auf Augenhöhe werden strittige Themen in allen Aspekten besprochen und gemeinsam Antworten gefunden, mit denen alle leben können. ( „Wir“  sind die Mitglieder von MeetingDemocracy und und die Mitglieder der BuergerInnen Gutachten Partei und natürlich auch alle anderen, die dieses Vorgehen für vernünftig halten.)

Wie findet man repräsentativ heraus, was die „Gesellschaft“ will. Die weiss das auch nicht, was sie will. Dazu müsste sie erst mal mit sich selbst kommunizieren. Schwierig zu organisieren, aber per Losverfahren ist es auf einmal ganz einfach. Damit habe ich eine überschaubare Anzahl ( z.B. 25 Personen), bei der im wesentlichen alles an Charakteren und Lebensumständen vorkommt wie in der „großen“ Gesellschaft. Wenn ich Zweifel habe, kann ich mehrere solche Gruppen bilden, die genau das gleiche bearbeiten ohne voneinander zu wissen und von den Ergebnisse das nehmen, was am Ende bei allen ähnlich ist.

Und wenn zum Thema etwas wichtiges gewusst werden muss, muss jemand da sein, der das in verständlichen Worten erklärt. Das geschieht immer am Anfang, durch eine Vielzahl von Experten.
Jetzt bleibt es noch übrig, die Kommunikation vernünftig zu gestalten, so dass tatsächlich kommuniziert wird. 25 Personen in einer Runde ? Schwierig, da kommt nicht jeder gleichberechtigt zum Zug. Kleine Gruppen zu je fünf Personen? Da klappt es schon ganz von alleine. Und wenn für jede Besprechungsrunde die 5er Gruppen aus den 25 Personen jeweils zufällig anders zusammengesetzt werden, hat nach einigen Runden jede/r mit jeder/jedem anderen einen intensiven Austausch über das Thema gehabt.

Um ein überschaubares Ergebnis zu bekommen, ist jede 5er Gruppe aufgefordert, sich auf die 3 wichtigsten Aussagen zum Thema zu einigen und in möglichst wenigen Worten aufzuschreiben.
Die Zeit ist mit 30 Minuten pro Austauschrunde bewusst knapp gehalten, das hilft bei der Konzentration auf das Wesentlichste.

Dann kommen alle 25 zusammen und schauen sich gemeinsam alle Aussagen an. Jede/r drückt dann mit je 5 Klebepunkten, die er entsprechend auf die Aussagen verteilt, seine Präferenzen aus.
Das Ergebnis ist eine Rangfolge von mit Faktenwissen unterlegten, wohl durchdachten, unter allen Anwesenden abgestimmten Aussagen zum Thema. Ein ausreichend repräsentativer Ausdruck dessen, was die Gesellschaft will und mitzutragen bereit ist.

Das alles hat sich Prof. Peter Dienel aus Wuppertal 1973 überlegt und seitdem vielfach in die politische Praxis gebracht ( ca. 14.000 beteiligte BürgerInnen in 44 Jahren) , auf kommunaler sowie Landes- und Bundesebene in Deutschland.

Und wir finden: Lasst und dieses tolle Verfahren für alle Fragestellungen anwenden !!!
Bei vollumfänglichen Bürgergutachten mit Planungszellen (für komplexe Fragestellungen) werden 4-8 Gruppen a 25 Personen gebildet. Jede arbeitet für 4 Tage, mit je 4 Gesprächsrunden pro Tag. Bei den von uns entwickelten Micro-BürgerInnengutachten ist es eine einzige Gruppe von 25 Personen, mit nur 2 Gesprächsrunden.

 

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