Systemisches Konsensieren

Systemisches Konsensieren

Was ist Systemisches Konsensieren?

Das Systemische Konsensieren wurde als analoges System zur Entscheidungsfindung entwickelt. Meist ermittelt eine Gruppe mit Hilfe eine* Moderator*in aus einer Reihe selbst entwickelter Lösungsvorschläge jenen Vorschlag, der in der Gruppe die geringste Ablehnung erfährt.

Diese Form der Entscheidungsfindung – von den Beteiligten nicht die Zustimmung zu einem Vorschlag zu erfragen, sondern das Ausmaß des Widerstands – ermöglicht ein Ergebnis, das einem Konsens am nächsten kommt. Denn es wird für jede einzelne Lösung das Ausmaß des gesamten Widerstands der Gruppe ermittelt.

Systemisches Konsensieren ist geeignet um den Fokus auf Lösungsmöglichkeiten zu erweitern und auch zurückhaltenden oder schweigsamen Gruppenmitgliedern die Chance auf eine gleichwertige Berücksichtigung ihrer Stimme zu ermöglichen

Beim systemischen Konsensieren wird nach dem Widerstand gefragt, um die Lösungen zu ermitteln, die die wenigsten ablehnen. Dabei darf der Wunsch des Einen nicht das Leid des Anderen aufwiegen. Es liegt in der Verantwortung der Einzelnen, ihre Bedenken zu äußern und die Verantwortung der Gruppe, damit umzugehen. Denn Widerstand, der sich nicht im System äußern kann, wendet sich gegen das System.

 

Ablauf

Der Ablauf gliedert sich in vier Phasen:

  1. Fragestellung

Eine Gruppe möchte eine Entscheidung treffen, die von allen Beteiligten getragen wird. Sie entwickelt zunächst die passende Fragestellung, die nicht als Entweder/Oder-Frage formuliert werden und nicht mit Ja oder Nein beantwortbar sein darf. Gültige Formulierungen lauten in der Regel auf „Wie…“, „Wann…“,„ Wodurch…“

  1. Sammeln von Lösungsvorschlägen

Alle Ideen und Wünsche dürfen vorgebracht werden und stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Lösungsvorschläge werden in dieser Phase nicht kommentiert und diskutiert. Dabei gibt es auch immer die sogenannte Null-Lösung, die beinhaltet, dass alles bleibt, wie es ist.

  1. Bewertungsphase

In der Bewertungsphase wird jeder Lösungsvorschlag von jedem Gruppenmitglied mit sogenannten Widerstandspunkten (W-Punkten) bewertet. Null Punkte bedeutet dabei „Kein Widerstand“ bzw. „diese Lösung kann ich mittragen“. Die höchste zu vergebende Punktezahl ist 10 und bedeutet „starker Widerstand“ bzw. „ich lehne diesen Vorschlag entschieden ab“. Die Bewertung wird auf einer Matrix notiert.

  1. Auswertung

Die Lösung mit der geringsten Punktzahl erfährt in der Gruppe den geringsten Widerstand und ist einem Konsens deshalb am nächsten.

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